Vertrauen und gute Dokumentation beeinflussen die Effektivität


                     Die Effektivität eines Arbeitsteams hängt damit zusammen, wie sehr sich die Teammitglieder
              gegenseitig vertrauen. Dies gilt für „virtuelle Teams“, also Arbeitsgruppen, die größtenteils
              digital kommunizieren, noch mehr als für Teams, die sich real sehen. Zu diesem Ergebnis
              kommen Psychologinnen und Psychologen in einer Metaanalyse von 54 Studien, die im
            „Journal of Applied Psychology“ veröffentlicht wurde.


              In der heutigen Arbeitswelt gehören virtuelle Teams, die räumlich getrennt arbeiten und 
              deren Kommunikation digital abläuft, zum Alltag. Eine der Hauptherausforderungen für diese
              Teams besteht darin, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und aufrechtzuerhalten. „Uns hat
              interessiert, wie wichtig Vertrauen für die effektive Zusammenarbeit von Teams ist, und ob
              die Bedeutung von Vertrauen steigt, wenn Teams virtuell zusammen-arbeiten“, sagt Guido
              Hertel, Professor für Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Universität Münster.

             Metaanalyse zum Zusammenhang von Vertrauen und Effektivität

             Das Forscherteam (Christina Breuer, Joachim Hüffmeier und Guido Hertel) führte in einer Metaanalyse
             die Ergebnisse von 54 unterschiedlich angelegten Einzelstudien zusammen (darunter Laborstudien und
             Untersuchungen aus dem realen Arbeitskontext). Alle Studien befassten sich damit, wie Vertrauen im
             Team mit effektivem Arbeiten zusammenhängt. Insgesamt fanden Daten von 12615 Personen aus 1850
             Teams Eingang in die Metaanalyse. Das Forscherteam analysierte außerdem, in welchem Ausmaß
             Arbeitsschritte als geschriebener Text, Audio- oder Videodateien dokumentiert wurden.

            Vertrauen ist wichtig – vor allem in virtuellen Teams

            Die Studien zeigen: Vertrauen sich Teammitglieder gegenseitig, arbeiten sie effektiver. Teamvertrauen
            erleichtert sowohl die Koordination als auch die Kooperation. Mitglieder von Teams, in denen hohes
            Vertrauen vorhanden ist, sind zufriedener mit ihrer Arbeit, gewillter sich anzustrengen und auch
            anderen zu helfen. Bei virtuellen Teams ist der Zusammenhang zwischen Vertrauen und Effektivität
            noch höher. „Der Kontakt von Angesicht zu Angesicht, der virtuellen Teams fehlt, kann durch erhöhtes
            Vertrauen wettgemacht werden“, sagt Guido Hertel. „Gleichzeitig bieten virtuelle Teams aber auch
            effektive Alternativen für das Vertrauensproblem“.

           Dokumentation fördert effektives Arbeiten

           Der Zusammenhang zwischen Vertrauen und Teameffektivität wird nämlich durch das Ausmaß an
           Dokumentation beeinflusst. Bei guter Dokumentation wird der Zusammenhang zwischen Vertrauen
           und Teameffektivität schwächer. Bei virtuellen Teams ohne Dokumentation der Arbeitsschritte ist
           die Bedeutung von Vertrauen am größten. Das Forscherteam geht davon aus, dass die Dokumentation
           in virtuellen Teams zu einer Risikoreduktion führt, weil Teammitglieder jederzeit auf die dokumentierten
           Arbeitsschritte zurückgreifen können. „Vertrauen in Teams ist wichtig, aber nicht immer unabdingbar.
           Gerade in virtuellen Teams kann eine Dokumentation von Arbeitsschritten effizienter und einfacher
           sein als aufwändige vertrauensbildende Maßnahmen“, sagt Guido Hertel.








Quelle:http://www.psychologie-aktuell.com/news/aktuelle-news-psychologie/news-lesen/article/1469688859-wirtschaftspsychologie-vertrauen-und-gute-dokumentation-beeinflussen-die-effektivitaet.html


Quelle://idw-online.de/de/news656553




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